| Sisopha ( @ 2006-10-14 05:51:00 |
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| Entry tags: | japan |
Ein Stückchen Heimat...
Es ist nun zwar schon eine Woche her, aber ich wollte euch trotzdem gerne von einem meiner schönsten Ausflüge in der letzten Zeit erzählen...
Ich war nämlich am letzten Samstag bei IKEA (^^)
Ja, das klingt unspektakulär, aber wenn man so wie ich doch ab und an mal unter Heimweh leidet (wer hätte das gedacht), dann freut man sich über alles, was einem ein bißchen Heimatgefühl vermittelt... und was könnte sich da besser anbieten als ein kleiner Spaziergang durch IKEA? ;)
Erstaunlicher/Dankenswerter Weise haben es die Schweden mittlerweile tatsächlich auch bis nach Japan geschafft, was bedeutet dass im Mai(oder Juni) dieses Jahres in Minami-Funabashi der erste IKEA Japans eröffnet wurde. Und von dem was ich am letzten Samstag da sehen konnte, nehme ich mal schwer an dass es nicht der letzte sein wird... auch wenn mich das Konzept etwas überrascht hat. Denn mit stoischer Gelassenheit wird hier den Japanern haargenau die gleiche Schrankwand, der gleiche Aufbewahrungsbehälter und das gleiche Sofa verkauft, wie man sie in jedem deutschen IKEA auch bewundern und erstehen kann. Klar, die Japaner sind natürlich begeistert, sowas findet man hier ja immer schick, und skandinavisches Allerlei ist sowieso hoch im Kurs (auch wenn natürlich kaum jemand hier die exzentrischen Namen auch nur annähernd aussprechen kann...). Dazu besitzt der IKEA in Funabashi das größte Restaurant, das ich jemals in einem IKEA gesehen habe. Aber das verwundert auch nicht weiter - hab ich schonmal erwähnt dass Japaner mindestens genauso verrückt und fanatisch sind was Essen betrifft, wie es allgemeinhin von den Chinesen behauptet wird? Essen ist immer ein gutes Geschenk, Mitbringsel, Gesprächgegenstand. Wer in Urlaub fährt, wird vorher nicht etwa mit den örtlichen Sehenswürdigkeiten, sondern vielmehr den kulinarischen Besonderheiten (bzw. deren genauer Kenntnis) überhäuft, und wenn man wiederkommt, wird man nicht gefragt ob man Palast X oder Gegend Z gesehen hat, sondern ob man denn auch alles probiert hat, was es am Reiseort so zu verspeisen gibt. - Aber ich schweife ab... ;)
Abgesehen also von der angemessen vergrößerten Speiseeinrichtung, und selbstverständlich den japanischen Öffnungszeiten (am Wochenende und an Feiertagen natürlich länger als an normalen Wochentagen, denn dann haben die Leute ja auch Zeit zum Einkaufen) (und ganz ehrlich, das macht doch nur Sinn, oder?), ist IKEA in Japan nun aber tatsächlich genauso wie IKEA in Berlin, Hamburg, vermutlich überall auf der Welt - ich bin beeindruckt. Und war sehr erfreut, denn das war einfach so schön und aufregend, diesen einen Nachmittag dort zu verbringen, durch die - exakt bekannt aufgebaute - Ausstellung zu wandern, und immer wieder auf Dinge zu zeigen, die ich besitze, die jemandes Zimmer zieren... so oft sogar, dass sich Vinícius irgendwann zu der Frage veranlasst sah, ob es denn bei uns auch noch andere Einkaufsmöglichkeiten gäbe als IKEA? ;P *hüstel* natürlich gibt es die. Aber da macht Einkaufen nicht soviel Spaß ;)
Und damit ihr auch mal einen Eindruck davon bekommen könnt, wie es denn da so aussieht (was, nach meiner langwierigen Erklärung, jetzt ja eigentlich nicht mehr nötig ist, denn ihr kennt ja schon alles...) - immerhin, eines ist durch und durch anders: Der ganze Laden ist voller Japaner!
Was ja dann schon irgendwie ein bißchen seltsam ist... *grins*
- hier also ein paar Bilder meines Ausflugs:
... man beachte den stilecht im Sessel rechts vorne schlummernden Japaner... ;)
Ach ja, ich hab übrigens nirgendwo in ganz Japan bisher soviele Kinder auf einem Haufen gesehen wie an diesem einen Nachmittag. Ich frage mich ja ob IKEA sich nicht irgendwie positiv auf die desolate Geburtenrate in diesem Land auswirken mag... schließlich gibt es soviele niedliche Dinge für Kinder da... da könnte man doch echt anfangen über die Anschaffung eines eben solchen nachzudenken ;P
Ein Brasilianer, der von einer Deutschen in Japan in die Wunderwelt schwedischer Innenraumgestaltung eingeführt wird... ich glaube das war eigentlich das was am meisten Spaß gemacht hat an der ganzen Tour :)
Und seine Mutter wünscht sich glaube ich jetzt auch eine Filiale in Sao Paulo... *g*
Oh, und natürlich gibt es am Ende nach den Kassen auch Hotdogs und allerlei (angeblich) schwedische Süßigkeiten (UND Lakritze! yay!!^^)... wie sich das halt gehört.
Also, fasse ich mal zusammen - wenn ich das nächste Mal Heimweh bekomme, dann setze ich mich in die Bahn und fahr die 50 Minuten bis nach Minami-Funabashi, und setzt mich eine Weile in RIGGE oder FLÄLSTÖF, oder wie sie alle heißen :), und fühl mich für eine Weile wieder ganz wie zu Hause... :D
erinnernd ^^